Tödlicher Speerwurf

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Tödlicher Speerwurf

Beitrag  (Pyroraptor10) am Fr 24 Jul - 11:28

Die Überreste des für steinzeitliche Verhältnisse schon betagten Mannes sind eines von neun Neandertaler-Skeletten, die Forscher zwischen 1953 und 1960 in einer Höhle im Nordosten des Irak ausgegraben hatten. Der Mann hatte eine Verletzung an der neunten Rippe, die wahrscheinlich auch zu seinem Tod geführt hatte. Da die Verwundung erste Anzeichen einer Heilung zeigte, dürfte der Mann nicht unmittelbar an der Verletzung gestorben sein, ergab die Untersuchung der Wissenschaftler um Steven Churchill aus Durham. Möglicherweise wurde bei dem Vorfall, der zu der Wunde führte, die Lunge des Mannes verletzt oder es kam zu einer letztlich tödlichen Entzündung.

Um die Frage zu klären, was dieses tödliche Ereignis auslöste, werteten die Forscher frühere Studien zur Wirkung von Waffen aus und unternahmen selbst Versuche, bei denen sie die Nachbauten steinzeitlicher Geschosse auf den Brustkorb toter Schweine feuerten. In die Berechnungen floss unter anderem ein, welche kinetische Energie ein Wurfspeer im Vergleich zu einer in der Hand geführten Waffe haben kann. Neben diesen Daten deutet die Form der Verletzung auf eine Waffe hin, die in einem Winkel von 45 Grad von oben den Körper getroffen hat.

Der Mann könnte also tatsächlich durch einen Speer ums Leben gekommen sein, der von einem modernen Menschen geworfen worden war, folgern die Wissenschaftler. Das bedeute jedoch keinesfalls, dass der moderne Mensch in einem Feldzug das Land seines primitiveren Verwandten eroberte und den Neandertaler blitzartig ausrottete, betont Churchill. Denkbar seien auch viel harmlosere Szenarien, die zu der Verletzung führten, beispielsweise eine unglückliche Selbstverletzung oder ein Unfall bei der Jagd.

Das Fossil ist eines von zwei bekannten Überresten eines Neandertalers, der offensichtlich eine schwere Verletzung erlitten hatte. So hatten Forscher in Frankreich bereits ein Skelett mit einer weitgehend verheilten Schädelverletzung entdeckt.http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/305568.html

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